Abschlussbericht Umbau

Hallo Zusammen

Wie geplant wurden die Bauarbeiten an unserem Balkon per Ende Mai abgeschlossen. Inzwischen hatten wir einige Zeit uns einzuleben und es wird Zeit für einen Rücklick.

Zwölf Quadratmeter, unendliche Weiten… So kamen wir uns vor, als wir das erste Mal unser neues zukünftiges Pflanzenparadies betraten. Nach einer langen Zeit mit einer Aussenfläche die gerade mal die elementarsten Bedürfnisse zweier Raucher und Pflanzenfreunde decken konnte, hatten wir nun endlich mehr Möglichkeiten. Zwölf Quadratmeter, das bedeutet Platz für einen Tisch und Stühle (das hatten wir zwar zuvor auch schon, jedoch kam man sich vor wie ein Käfighuhn), das bedeutet Platz für einen Grill und natürlich bedeutet es Platz für eine grosse Menge Pflanzen.

Insgesamt ist der Balkon sehr schön und gemütlich geworden. Die Geländer aus Milchglas bewirken nicht nur ein helles Erscheinungsbild sondern bieten auch niedrigen Pflanzen (mit nicht allzu hohen Ansprüchen) genügend Licht zum wachsen. Auch die kleine, gläserne Wetterschutzwand gegen Westen hat gärtnerische Vorteile und ermöglicht die wettergeschütze Aufzucht von Tomaten und anderen heiklen Gewächsen. Alles in allem sind wir mit dem Umbau sehr zufrieden. Auch wenn der Balkon einige Schönheitsfehler aufweist, über welche vor allem ich mich (ganz zum Leidwesen von Salix) ausgiebig aufregen konnte. So ist zum Beispiel das pauschale Gefälle des Bodens von rund 5% zwar vielleicht aus entwässerungstechnischer Sicht eine tolle Idee, jedoch ausgesprochen gewöhnungsbedürftig. Inzwischen habe jedoch auch ich mich damit abgefunden und kann mich vollends freuen. Zum Abschluss noch einige Bilder vom Umbau und natürlich vom Ergebnis:

Grüsse

Taxus

Advertisements

Pflanzenwahnsinn 2012 – Die Kandidaten (Gemüse)

Das neue Garten- beziehungsweise Balkonjahr hat begonnen. Obwohl, vom Balkon ist aktuell nicht gerade viel übrig. Die Bauarbeiten für die Vergrösserung (Verdreifachung der Fläche von rund 4 m2 auf 12 m2) haben begonnen, der Balkon ist geräumt, das Geländer bereits weggefräst und die Benutzung auf das, für Raucher notwendige, Minimum reduziert. Zieltermin für den Ausbau ist Mitte April. Wobei ob man dem Vermieter dabei glauben kann ist unklar, ursprünglich sollte der Balkon bereits im Herbst fertiggestellt sein und die aktuellen Arbeiten nur zwei Wochen dauern. Mal schauen…

Optimistisch haben wir dennoch mit der Anzucht begonnen. Glücklicherweise geht das ja auch drinnen und die aktuellen Aussentemperaturen (nach einer einwöchigen Frühlingsphase sind wir wieder im tiefen Winter gelandet) machen ohnehin nicht besonders Lust auf Pflanzarbeit im Freien…

Die momentanen Kandidaten für den diesjährigen Pflanzenwahnsinn sind folgende:

Gemüse:

  • Tomate „Evergreen“ (aussen gelb, innen grün), BIO, PSR
  • Tomate „Tigrella“ (rot mit Streifen), BIO
  • Markerbse „Gloriosa„, BIO
  • Mexikanische Aubergine, EG
  • Paprika mild „Corno di Bue Rosso„, BIO, PSR
  • Habanero Chili „Red Savina
  • Chili „Standard Supermarkt„, EG
  • Chili „Jalapeño
  • Stielmangold „Feurio„, BIO, PSR
  • Radieschen „Emmenperle„, BIO
  • Pflücksalat „Amerikanischer Brauner„, BIO, PSR
  • Nüsslisalat (Feldsalat), „Korbfüller„, BIO

Erklärung der Abkürzungen: *BIO: sollte klar sein 😉 *PSR: Pro Specie Rara Saatgut *EG: Eigengewinnung aus dem Vorjahr.

Grüsse Taxus

Rückblick Balkonsaison 2011

Die Balkonsaison 2011 war geprägt von Stimmungswechseln. Wir gossen die Pflanzen nicht immer konsequent und düngten wohl eher zu selten. Unsere 2 Wochen auf Malta (mit ab & zu Giessen durch Taxus‘ Mutter) gaben manchen Pflanzen den Rest. (Trotzdem bereuen wir den wirklich fantastischen Urlaub auf dieser kargen Insel nicht.)

Im Frühling hatten wir natürlich wieder meine geliebten Stiefmütterchen (die kleinen, in allen möglichen Farben) und Osterglocken (Narzissen), leider kamen die Zwergiris (BIO) vom letzten Jahr nicht wieder zum Blühen, wir haben sie wohl zu warm überwintert (irgendwo in unserem Hobby-/Bastelzimmer halt).

Gleichzeitig zogen wir drinnen auf einem IKEA-Küchentisch Pflanzen heran, dort standen bunt durcheinander Kräutertöpfe, ein Mini-Treibhaus, Chilipflanzen usw., unsere recht grossen Wohnzimmerfenster waren zeitweilig halb verdunkelt.

Wir pflanzten wieder Tomaten „Gelbe von Thun“ (EG, PSR), diese kamen gut, aber nicht so gut wie in 2010. Wir haben einen Balkon an einem Hausecken südlich/südöstlich, das schlechte Wetter kommt bei uns meistens von Westen und in die Richtung hat es eine Wetterschutzwand, von der die Tomaten natürlich profitierten. Manchmal war die Sonne doch sehr grell – vor allem für unsere Augen, die Pflanzen hätten da wohl weniger Probleme gehabt. Dagegen fanden wir schnell eine Lösung: Wir schnitten Kalenderbilder aus (Schwarz-weiss-Fotos von Irland) und klebten sie mit Kaugummi-Posterkleber an die Wetterschutzwand. Licht fiel da genug durch, geblendet hat es nicht mehr.

Von Freunden bekamen wir Mexikanische Cocktailauberginen geschenkt (wir hatten Ihnen zuvor Chilipflanzen angedreht), welche wir ewig in einem winzigen Töpfchen hatten, wobei sie halb vertrocknet sind. Dies führte dazu, dass es ein paar hübsche Blüten und nur eine winzige, verkrüppelte Aubergine gab (aus der wir dann die Samen für dieses Jahr gewannen).

Wir hatten ja jetzt unsere Balkonkästen-Kasten-Konstruktion. In den Kistchen hatten wir Pflücksalat („Amerikanischer Brauner“, BIO), Ringelblumen (BIO) mit deren Blütenblättern wir Salbe machen wollten, was wir nie taten, Tagetes patula / Sammetblume „Ehrenlegion“ (BIO, PSR), Kartäusernelken, die Schmetterlingsblumen-Mischung, die wir schon 2010 hatten und die wiederum enttäuschende Kapuzinerkresse. Später pflanzten wir noch Lavendel und zwei Blütenpflanzen ein.

 Pflanzen im Balkonkasten

Ich pflanzte eine keimende Kartoffel ein, die zur grandiosen Ernte von einer Kartoffel führte, da wir auch hier nicht konsequent genug gegossen hatten.

Dann hatten wir noch diverse Küchenkräuter und vermutlich einiges, das ich vergessen habe ;-).

Trotz dem, dass wir den Pflanzen nicht immer gut schauten, genossen wir unseren Balkon sehr. Wir verbrachten endlose sonnige Nachmittage damit, eisgekühlten Rosé zu trinken und Carcassonne zu spielen. Etwas mühsam war wirklich, dass wir so wenig Platz hatten – und für diesen wenigen Platz viel zu viele Pflanzen. Sich auf dem Balkon zu bewegen war deshalb ziemlich nervtötend.

Nun freuen wir uns auf die diesjährige Saison mit wesentlich mehr Platz. 🙂

Eure Salix

Erklärung der Abkürzungen: *BIO: sollte klar sein 😉 *PSR: Pro Specie Rara Saatgut *EG: Eigengewinnung aus dem Vorjahr

Rückblick 2010/11 – Stubenhockers Gedeih und Verderb

Ende August 2010 ziehen wir um. Erst einmal widmen wir uns der Begrünung unserer Wohnung. Euphorisch kaufen wir eine schöne Schefflera, einen Ficus, Fern, den 2. (wiederum aus der Ikea), eine kleine Dracanea und eine grosse Bromelie, die Taxus „Pflanzenbold“ tauft, sowie einen Drachenbaum. Zimmerpflanzen sind nicht ganz günstig, so betteln wir Verwandte um Stecklinge an. Taxus‘ Tante spendet zwei Veilchen (die uns leider bald darauf jämmerlich eingehen), einen zweifarbigen Ficus und noch drei Pflanzen, von denen wir die Namen nicht wissen. Auch die Cyclamen von Taxus‘ Mutter gehen ebenso wie ihr Nachfolger zugrunde – wir beschliessen, nie mehr eine Pflanze ins Büro zu stellen, wo wir uns selten aufhalten.

Bald danach schimmeln Erde und Blähton, wir haben keine Ahnung wieso. Salix befürchtet übermässig Schimmelsporen in der Luft, Taxus glaubt nicht daran. Die Schefflera verliert zwei ihrer drei Triebe durch Vernachlässigung, der Letzte kann aber durch beherztes Umtopfen gerettet werden. Fern, der Zweite, serbelt ebenso erbärmlich vor sich hin wie Fern, der Erste, was Salix zur Verzweiflung bringt, hilflos duscht sie ihn ab, düngt ihn, bespritzt ihn mit Wasser, um ihn nach diesem Misserfolg dann trocken zu legen… doch nichts hilft, Fern verteilt überall Blätter und stirbt schliesslich ganz. Salix dachte immer, Farne seien ganz einfache Anfängerpflanzen, offensichtlich eine Fehleinschätzung. Eine Zeit lang geht das noch so und die Zimmerpflanzen werden immer kränker, woran wir beide nicht ganz unschuldig sind. Nur der Drachenbaum hält tapfer durch, keine noch so lange Trockenzeit kann ihm etwas anhaben – eine lohnende Investition, auch für Anfänger!

Doch irgendwann in 2011 kriegen wir die Kurve (zumindest halbwegs), werfen alles Kaputte weg. Salix vermehrt mit Stecklingen eine der namenlosen Pflanzen, die auf dem Esstisch prächtig gedeiht. Licht heisst das Zauberwort. Zudem zieht sie wieder kleine Chilis, ewig lange prügeln sich diese um den Platz in einem winzigen Töpfchen, bis sie eingetopft werden. Da so viele gut gekommen sind, haben wir auf einmal an die 12 Chilis, die das Wohnzimmerfenster verdunkeln. Hier eine davon:

Chili April 2011

Es sind zu viele, aber sie wegzuwerfen bringt Salix nicht übers Herz. Nach und nach verteilen wir einige in der Wohnung und verschenken andere. Sie tragen reich Früchte und gehen danach samt und sonders ein. Die Wohnung wird umgestellt, die Wohnzimmereinrichtung erweitert, Pflanzen neu platziert und mehrere neue Pflanzen, darunter wieder eine Bromelie, halten Einzug.

Eure Salix

Erweiterung nach Mass

Frühjahr 2011: Der Balkon ist zu klein, Innovationen müssen her um mehr Platz zu schaffen. Leider ist das Geländer das Balkons ziemlich ungeeignet zum Aufhängen von Kistchen. Aufgrund der nachträglich angebauten Zusatzisolation des Hauses befindet sich ausserhalb des Balkongeländers jedoch eine Art Fensterbrett. Darunter allerdings der Platz auf dem Kinder spielen und teilweise Autos parkiert sind, ausserdem wohnen wir in einer Gegend mit häufigen starken Winden. Aus Sicherheits- und Haftungsgründen kommt das Platzieren von Balkonkistchen so nicht in Frage.

Mit etwas Zeit und einigem Aufwand haben wir das Problem mit unseren „Kistchengefängnissen“ gelöst. Die Dinger sind aus Holz (Dachlatten aus dem Baumarkt, lächerlich günstig) gefertigt und rückseitig am Geländer verschraubt, dadurch halten sie bombenfest. Das Ergebnis: Platz für drei Balkonkistchen und zwei weitere Töpfe.

Grüsse Taxus

Rückblick 2010 – Das 1. Mal Pflanzenwahnsinn

Oktober 2009: Salix und Taxus ziehen nach 4 Jahren Beziehung zusammen in eine 2.5 Zimmer-Wohnung mit einem Sitzplatz, der definitiv das Highlight der Wohnung darstellt und hochfliegende Gartenträume aufkeimen lässt.

Sitzplatz beim Einzug

Wir machen eine endlos lange Liste von Nutzpflanzen, die sich in Töpfen ziehen lassen, und stellen dabei fest, dass fast jede Pflanze auch im Topf gut kommt. Ungeduldig warten wir auf den Frühling. Auf saemereien.ch machen wir eine grosse Bestellung und hauen fast 100 Franken raus für Samen… Doch damit nicht genug, wir kaufen weiter ein, im Rägeboge in Winterthur, und am Setzlingsmarkt von Pro Specie Rara auf dem Schloss Wildegg. Am Setzlingsmarkt regnet es in Strömen, wir sind dennoch begeistert und kaufen Monatserdbeeren, die Tomaten Gelbe von Thun und Green Zebra und rote Ampeltomaten.

Nach all dem  Shopping geht es nun ans Pflanzen… wir ziehen in Plastik-Treibhäuschen und Torftöpfchen (die wir danach verwerfen aus ökologischen Gründen) oder direkt im Freiland heran:

  • Peperoni, Cocktailauberginen,  Stielmangold, Pflücksalat „Amerikanischer Brauner“, gelbe Zucchetti, Chili (gezogen aus Samen, die wir aus Supermarkt-Chilis herauslösen), Tomaten
  • Schmetterlingsblumenmischung, Ringelblumen, Kamille, Kapuzinerkresse, Phlox
  • Salbei, Thymian „Deutscher Winter“, Schnittlauch, Oregano, Basilikum
  • Zusätzlich kaufen wir schon im Topf Petersilie glatt und kraus und Stiefmütterchen
  • und vermutlich noch mehr, welches wir jetzt vergessen haben.

Wankelmütig kümmern wir uns eine Weile liebevoll um unsere Pflänzchen, um sie die Woche darauf sträflich zu vernachlässigen und so erleben wir Erfolge und Misserfolge mit „The Survival of the Fittest“.

Bei der Eintopfung kommt der erste grosse Schock: Töpfe und Kistchen sind teuer, sogar die aus Plastik. Doch bald haben wir eine Lösung gefunden: Das fantastische Brockenhaus gleich gegenüber hilft uns auch hier weiter mit Töpfen, Kisten, Untersetzern, Schalen usw. zum Spottpreis. Wir werfen mit Erde nur so um uns und am Schluss sind Fensterbrett, Tisch und der Rand zum Rasen hin komplett vollgestellt mit Pflanzgefässen.

Am Schluss schaffen es die meisten Kräuter, die roten und gelben Tomaten (die grünen machen schöne Früchte, die dann noch an der Pflanze vor der Ausreifung „verfaulen“), der Pflücksalat, die Zucchetti (die leider etwas fasrig sind), die Schmetterlingsblumen, die Ringelblumen und die Kamille. Die Chili verkümmern fast, sind aber sehr zäh. Die Kapuzinerkresse wurde als nahezu wuchernd beschrieben, wird aber nicht über 15cm hoch und enttäuscht uns sehr (wir wollten sie an der linken Wand hochziehen). Nach dem Umzug Ende August 2010 haben wir sie fotografiert, im September 2011 sah sie so aus (im Hintergrund verblühter Pflücksalat und rundherum Wildpflanzen):

Kapuzinerkresse nachts September 2010

Der Phlox kommt super, ihm machen weder Dürre noch Hitze viel aus, und als er blüht, entdecken wir jeden Tag neue kleine blaue Blüten. Auch die Stiefmütterchen kommen fantastisch bis ihnen eines langen Regentages eine Schneckenplage den Garaus macht.

Die Tomaten sind unsere unangefochtenen Lieblinge, ist doch nirgends die Differenz zwischen „selber gehätschelt“ und Supermarkt  so klar herauszuschmecken. (Taxus‘ Onkel nennt holländische Tomaten den 4. Aggregatszustand von Wasser, eine Aussage, der wir beipflichten.)

Hier einige der Pflanzen beim Umzug Ende 2010, zwischengelagert im Wintergarten von Taxus Mutter. Einen Teil drängen wir Verwandten auf, einen Teil nehmen wir mit auf unseren neuen 4 m2-Balkon.

Einige unserer Pflanzen beim Umzug

In der Wohnung selber haben wir wenig Licht und daher bloss Fern, den Farn, aus der Ikea, der Salix schwer enttäuscht, indem er sich jeglicher Pflege hartnäckig widersetzt und schliesslich eingeht.

Eure Salix

Unser Projekt

Nachdem wir von einer kleinen Wohnung mit einem grossen Sitzplatz in eine grosse Wohnung mit einem 4 m2 kleinen Balkon umzogen, vermissten wir den Platz für Pflanzen schmerzlich. Die 4 m2 stopften wir darauf so voll mit Pflanzen wie möglich. Nun hat es sich ergeben, dass unser Balkon in diesem Frühjahr auf grosszügige 12 m2 ausgebaut wird. Dies wird natürlich nicht dazu führen, dass wir mehr Platz auf dem Balkon haben werden um uns zu bewegen, sondern, dass wir geschätzt viermal soviele Pflanzen anbauen werden.

Selbstverständlich wollen wir nicht nur schöne Blümchen zum Anschauen haben, sondern auch etwas Nützliches und Schmackhaftes. Unsere Erfahrungen aus den letzten Jahren in dieser Richtung haben uns darin bestärkt, dass der Gemüseanbau auf Balkonien lohnenswert ist. Unsere Erfolge, Tipps und natürlich auch Rückschläge wollen wir mittels dieses Blogs mit euch teilen.

Viel Spass beim Lesen!

Salix und Taxus